
Foto: Ludwig Eble
Erste Kinderfahrrad-Demo in Lauf
Bunte Luftballons flattern im Wind, fröhliches Lachen und viele, viele Kinderräder
Der Parkplatz auf der Heldenwiese füllte sich am Samstagnachmittag mit jungen Familien, größeren Kindern und gut gelaunten Erwachsenen. Seifenblasen fliegen durch die Luft. Immer mehr kleine und große Menschen haben ein Kidical Mass-Tattoo auf dem Arm oder der Wange. Fast alle Räder sind mit Plakaten geschmückt. Sie tragen verschiedene Forderungen: „Kinder aufs Rad!“, „Die Straße gehört uns“, „Macht Platz sonst gibt’s Rabatz“, „Kleine Helden für sichere Radwege“, „Sichere Schul-Radwege“, „Herr Wissing, uns gehört die Straße“. Klare Forderungen dieser Kinderdemo, genannt Kidical Mass, „Sichere Radwege zur Schule und ins Freibad – JETZT“. Diese Forderung wird mit einem Applaus und einem „JETZT“ aus vielen Mündern verstärkt.
Georg Bogdahn, ADFC, hatte die Idee, die erste Kidical Mass in Lauf zu organisieren und landete damit einen Volltreffer. Das Bedürfnis nach sicheren Radwegen für ihre Kinder ist scheinbar sehr groß. 172 kleine und große Teilnehmer radelten klingelnd und winkend von der Heldenwiese über Heuchling, dem Marktplatz, an der Feuerwehr vorbei über die Luitpoldstr. zum Endpunkt Bertleinschule. Mit dabei waren der Erste Bürgermeister Thomas Lang, die Laufer Stadträte Gertrud Behrmann-Haas (Grüne), Katrin Eckstein (Grüne), Ahmet Eryazici (Grüne), Erika Vogel (Grüne), der Schwaiger Stadtrat Konstantin Gerl (Grüne), die Röthenbacher Stadträte Katharina Angermeier und Marco Heisig (Grüne) und ebenso der 1. Vorsitzende der Bund Naturschutz Ortsgruppe Lauf Dr. Bernd Bitterlich.
Staunenden Passanten und Autofahrer erklärten die Erwachsenen beim Vorbeifahren: „Wir demonstrieren für sichere Radwege für Kinder!“ Meist ernteten sie ein freundliches Kopfnicken oder ein „Daumen hoch“. Die Polizei fuhr mit Blaulicht voraus. Das war für die Kinder eine Attraktion.
Am Ende der Demonstration hielt Bürgermeister Lang noch eine kurze Ansprache, in der er betonte, dass der Stadt Lauf der Radverkehr so wichtig ist, dass er „einen großen Griff in die Schatulle“ macht. Dafür bekam er Applaus. Außerdem betonte er das gute Miteinander am Runden Tisch mit dem ADFC: „Wir arbeiten nicht gegeneinander, sondern miteinander“. Die Kinder bemalten mit Kreide die Straße. Die neue Regionalgruppe „Omas for Future“ von Sabine Raile, Unterstützerin der Kidical Mass, hat Kuchen gebacken. Auch die Gummibärchen vom Bioladen waren nach der Raddemo begehrt.
Das Wochenende war ein bundesweites „Kidical Mass“ Wochenende. In über 500 Städten demonstrierten kleine und große Menschen für sichere Radwege. Das Motto lautete „Uns gehört die Straße!“ Wo Kinder sicher Fahrrad fahren können, fühlen sich auch Senioren wohl. Ziel ist es, dass endlich die Reden ein Ende haben und Taten folgen. Die Verkehrswende ist überfällig. Die Städte müssen lebenswerter werden. Aus dem Autoland Deutschland muss ein Fahrradland werden -JETZT!
Ihr könnt euch schon einmal die nächste Kidical Mass vormerken: Samstag, den 23. September 2023.








